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Vermögensverwaltung, was versteht man eigentlich darunter?

Die Veränderungen im Bereich des anlagespezifischen Umfeldes (z.B. Globalisierung der Kapitalmärkte, europäische Integration) und nicht zuletzt komplexe steuerrechtliche Rahmenbedingungen machen die Kapitalanlage zu einer Aufgabe, die den einzelnen Anleger zusehends überfordert. Der Mangel an Zeit und Sachkenntnis weckt das Bedürfnis nach einer kompetenten und professionellen Verwaltung des anzulegenden Vermögens. Traditionell kommt dem Wertpapiersektor im Rahmen der Vermögensverwaltung besondere Bedeutung zu.

 
Eingrenzung:

Unter "Vermögensverwaltung" versteht man das Management fremder Vermögenswerte durch speziell ausgebildete und erfahrene Vermögensverwalter. Grundlage bildet ein Vermögensverwaltervertrag. Hauptsächlich geht es um die Verwaltung des liquiden Vermögens, also um Aktien, Anleihen und Barmittel (Termingelder, Geldmarktfonds etc.). Außerdem kommen mitunter auch andere Anlageformen wie steuereffiziente Kapitalanlagen (z.B. Leasingfonds), Unternehmensbeteiligungen, Nachlass und Stiftungsvermögen, Kunst, Edelmetalle usw. in Betracht.

 
Zielgruppe und Motive:

Nützlich kann die Dienstleistung "Vermögensverwaltung" sowohl für vermögende Privatanleger als auch für Institutionen (Kirchen, Unternehmen, Pensionskassen usw.) sein. Motive dafür sind u.a. ... Zeitmangel, fehlende Erfahrung, fehlende Informationen, professionelles Risikomanagement und Erwartung eines besseren Ergebnisses


Am wichtigsten für den Anleger ist es, einen Vermögensverwalter seines Vertrauens zu finden.

 
Anbieter:

Diese Dienstleistung setzt eine gewisse Mindestgröße des vorhandenen Vermögens voraus. Einige Anbieter verwalten fremdes Vermögen erst ab sieben- oder achtstelligen Anlagesummen. Dagegen werden von vielen Dienstleistern, wie beispielsweise den Banken, Vermögensverwaltungen (i.d.R. auf Basis von Investmentfonds) bereits ab fünfstelligen Größenordnungen angeboten. Die Anbieter sind u.a. ...Banken (Privat-, Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen) private Vermögensverwalter, Angehörige freier Berufe (Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Notare), ausländische Anbieter (z.B. US-amerikanische Brokergesellschaften), Kreditkartenenorganisationen.


Vermögensverwaltungsvertrag:

Rechtliche Basis ist ein auf die individuellen Verhältnisse des Kunden ausgerichteter Vertrag. Darin sind u.a. geregelt ...Beschreibung der Anlagestrategie unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft des Auftraggebers, Anlagesumme, Aufgaben des Vermögensverwalters, Rechte und Pflichten des Vertragspartners.

Bei der Verwaltung des Wertpapiervermögens kommen zwei Vertragsformen in Betracht:

  
1. Beratungsvertrag

Beim Verwaltungsvertrag erteilen die Kunden dem Verwalter lediglich den Auftrag zur laufenden Beratung und Überwachung der Vermögenswerte. Über die Ausführung vorgeschlagener Transaktionen entscheidet der Anleger jedoch selbst. Hinweis: Beratungsverträge sind jedoch nur zu empfehlen, wenn der Anleger ständig erreichbar ist und eigenes Know-how im Wertpapierbereich besitzt. Außerdem sollte der Kunde über die Fähigkeit verfügen, die Zusammenhänge emotionslos zu beurteilen. 

  
2. Vollmachtsvertrag

Hierbei wird der Vermögensverwalter vom Kunden ermächtigt, die Vermögenswerte innerhalb des vorgegebenen Rahmens eigenverantwortlich zu verwalten. Notwendige Dispositionen nimmt er ohne vorherige Rücksprache mit dem Kunden vor. Hinweis: Der Vollmachtsvertrag bietet die i.d.R. günstigste und effektivste Form der Vermögensverwaltung. Sie sichert dem Anleger schnelle und marktnahe Dispositionen, ein Höchstmaß an Flexibilität und die Verfolgung eines kontinuierlichen, ausgewogenen Anlagekonzeptes.

 
Vertragsbestandteile:

Der Vermögensverwalter regelt detailliert die ...Rechtsbeziehungen Mindestanlagesumme Vermögensverwaltungsgebühr Konto- und Depotführung Regelungen für den Todesfall des Kunden Kündigungsmodalitäten Haftungsaspekte Berichterstattung und Rechnungslegung

 
Merkmale:

Die Vermögensverwaltung erfolgt im Wertpapierbereich heute immer mehr in Form eines hochspezialisierten Portfoliomanagements, das auf den Erkenntnissen der modernen Portfoliotheorie sowie auf modernsten Mitteln der Datenvereinbarung basiert. Kernelemente sind Diversifikationsmodelle, die eine optimale Strukturierung von Portfolios nach bestimmten, auf den jeweiligen Kunden individuell zugeschnittenen Kriterien erlauben. Ziel ist es, nicht nur verbesserte Ergebnisse zu erhalten, sondern auch das Risiko zu vermindern und beständigere Ergebnisse zu erzielen.

 
Unterscheidungen:

Bei der traditionellen Vermögensverwaltung steht die Auswahl des einzelnen Titels (z.B. einer bestimmten Aktie oder Anleihe) im Vordergrund. Daraus entstehen mehr oder minder zufällige Depotstrukturen. Der moderne Ansatz geht von statistischen Zusammenhängen aus und untersucht das Verhalten eines Wertpapiers in Bezug auf ein anderes, des Gesamtmarktes oder des Branchenindexes. Wesentlich bei diesem Ansatz ist somit die Struktur des Gesamtportfolios und weniger die Frage, welche Einzeltitel ge- bzw. verkauft werden sollen.

 
Asset Allocation:

Wesentlich für die Wertentwicklung eines Portfolios ist die Frage, in welchem Verhältnis Aktien, Anleihen und Geldmarktanleihen zusammengesellt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage nach den Währungen, die im Portfolio vertreten sein sollen, sowie die Länderallocation im Aktien- und Anleihenbereich. Diese als "Asset Allocation" bezeichnete Entscheidung trägt zu 70 - 80% zum Anlageerfolg bei. Die Frage, welche einzelnen Aktien oder Anleihen gekauft werden sollen, spielt dabei eine nachgeordnete, aber dennoch nicht unwesentliche Rolle.

 
Diversifikation:

Nach dem Prinzip, nicht alles auf ein Pferd zu setzen, stellt ein Manager das Portfolio seines Mandanten nach Risiko- und Ertragsgesichtspunkten zusammen. Die Auswahl der einzelnen Wertpapiere erfolgt nach bestimmten Kriterien. Dabei spielt die Tatsache eine große Rolle, dass die Kursentwicklung verschiedener Wertpapiere (z.B. Aktien) teilweise sehr unterschiedlich und unabhängig voneinander verläuft. Eine geschickte Mischung aus unterschiedlichen Anlagekategorien und Papieren hilft, den Gesamtertrag des Portfolios zu steigern und das Risiko  zu reduzieren.

 

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